Tag-Archiv für 'kino'

Antifa Café im Februar

Es gibt leider eine Planänderung:
Der für das Antifa Café im Februar gedachte Vortrag „20 Jahre faktische Abschaffung des Rechts auf Asyl – 20 Jahre Morde von Solingen – Rassismus tötet“ von dem Bündnis Rassismus tötet! aus Göttingen wird diesen Sonntag nicht stattfinden.
Als Alternative zeigen wir einen Film, über dessen Thematik noch entschieden wird.
Trotz allem wird das Café bei angenehmer Stimmung, Kuchen und Getränken stattfinden.
Anlaufpunkt ist weiterhin das Karoshi, die Zeit bleibt bei 16 Uhr.
Kommt vorbei

Filmvorführung: Blut muss fließen

„Seit 2004 hat der Journalist mit dem Decknamen Thomas Kuban verdeckt in der Naziszene recherchiert. Genauer bei Nazi-Konzerten mit versteckter Kamera und damit unter Einsatz seines Lebens. Denn wäre Thomas Kuban aufgeflogen, wäre er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht lebend von dem Veranstaltungsort weg gekommen. Darauf lassen auch die vielen Morddrohungen schließen die im Internet auf sogenannten schwarzen Listen der Nazis aufgetaucht sind, nachdem im Jahr 2004 seine ersten Aufnahmen im Fernsehen ausgestrahlt wurden.
Das zutage geförderte Bild- und Tonmaterial ist dementsprechend hoch brisant, denn es Zeigt eine Seite der Nazis, welche diese unter gar keinen Umständen in der Öffentlichkeit sehen wollen: Es zeigt, in welcher Art und Weise organisierte Faschist*innen ihre zutiefst menschenverachtende, rassistische, völkische und Nationalsozialismus glorifizierende Ideologie in Songtexte packen um damit insbesondere Jugendliche für ihre Zwecke zu gewinnen und zu Instrumentalisieren.
Das Thema organisierten Nationalismus, Faschismus und Nationalsozialismus ist in Deutschland aber auch in Europa so aktuell wie nie zuvor. Neben den in nicht all zu weiten Vergangenheit liegenden Pogromen in Hoyerswerder, Rostock Lichtenhagen oder Solingen konnten Nazis 10 Jahre lang, ignoriert von Staatsanwaltschaft und Polizei Menschen mit Migrationshintergrund geradezu hinrichten.
Die Pogrome in Rostock Lichtenhagen wurden erst kürzlich, anlässlich des 20. Jahrestags in der F.A.Z. mit dem Satz „Der Terror brachte manchen Sozialromantiker zur Besinnung und machte den Weg für eine gesteuerte Einwanderungspolitik frei“ kommentiert, was ein Beleg dafür ist, wie tief verwurzelt faschistisches Gedankengut, insbesondere in der sogenannten Mitte der Gesellschaft ist. Auch die öffentliche Debatte um die NSU zeigt, wie schlimm das Problem ist und genau in dieses Bild passt auch, dass der Film von Regisseur Peter Ohlendorf und Thomas Kuban keine Unterstützung durch Filmförderung erhalten hat. Es ist nämlich so, dass erst ein öffentlich Rechtlicher Sender einen Film unterstützen muss, damit eine wie auch immer geartete Filmförderung beantragt werden kann. Da kein öffentlich Rechtlicher Fernsehsender den Film unterstützt, gab es bisher keinen Cent für die Produktion dieses Films und Regisseur und Journalist haben über Jahre hinweg auf Pump an dem Film gearbeitet und haben jetzt über 200.000€ schulden.
Der AStA der Universität Kassel macht daher einen Aktionstag, an dem wir den Film zwei mal öffentlich zeigen und dazu noch zwei mal an Schulen. Nach dem Film wird jeweils der Regisseur Peter Ohlendorf für Diskussionen da sein und die sind nach dem Film auch bitter nötig. Kommt alle und schaut euch den Film an: Am 27. November 2012 um 18Uhr in Witzenhausen im Capitol Kino/ 4€/6€ Solibeitrag (Der Gewinn geht an das Filmprojekt) und um 20 Uhr an der Universität Kassel in Hörsaal 1/ gegen Spende (Geht auch als Spende an das Filmprojekt).
Wir hoffen, dass möglichst viele Menschen den Film sehen, anderen Menschen darüber berichten und noch mehr solcher Aktionstage organisiert werden. So dass irgendwann zumindest die Produktionskosten wieder eingespielt werden können. Kein Fuß breit den Faschisten-Nirgendwo!“

Wir, als antifaschistisches Kollektiv Raccoons, unterstützen das Projekt und den Autor.

Vorderseite
Rückseite

antifa café im März + Film „69″ über das Ungdomshuset in Kopenhagen

Das nächste antifa café findet am 11.03. um 16 Uhr statt. Kuchenspenden sind erwünscht.

Als kultureller Höhepunkt des Nachmittags werden wir gemeinsam den Film „69″ gucken. Dabei handelt es sich um eine Dokumentation aus dem Jahre 2008 über die letzten Monate und letzendlich die Räumung des Ungdomshuset (dt. Jugendhaus), das die Hausnummer 69 trug. Die Räumung des Squats in Kopenhagen durch die Bullen jährt sich diesen März zum fünften mal. Dauer: 60 Minuten, Sprache: Dänisch, deutsche Untertitel.

Englische Beschreibung des Films:

„69″ is a documentary about a large group of young people who did not see themselves, culturally or politically, as part of established society. In 1982 they lawfully occupied what was known as the Youth House (Ungdomshuset) at Jagtvej 69, on the outskirts of Copenhagen’s inner city. The film portrays the group’s situation in 2007, documenting the stormy last six months of the Youth House’s history, where the radicalized group rage against the establishment. By following the inner circle of activists, we learn more about the group, the reasons for their actions, and the cause of their predicament.

Trailer:

antifa café im november + kino

Endlich ist es wieder soweit! Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter und das nächste antifa café rückt näher. Im November fällt das café auf den 13.11.
Wie schon letzten Monat, wird es zunächst Kaffee, Tee, Softdrinks und natürlich selbstgebackenen (u.a. veganen) Kuchen geben. Das Mitbringen von Gebäck oder anderen Leckereien ist wie immer erlaubt, erwünscht und gern gesehen. Wir – die Vorbereitungsgruppe – haben uns dafür entschieden, an diesem Abend den inhaltlichen Schwerpunkt auf die Neonaziszene in Russland zu legen. In diesem Rahmen möchten wir mit euch zusammen den Film Russia 88 schauen. Anschließend wird es die Möglichkeit geben, über den Film zu diskutieren.

Beginn (café): 16h
Beginn (Film): 17.30h

Informationen zum Film:
Russia 88 (2009)
Spielzeit: 104 min
Sprache: Russisch / engl. Untertitel
Regisseur: Pavel Bardin

DVD Cover

Der Film Russia 88 handelt von einer Gruppe russischer White-Power-Skinheads, die Propagandavideos drehen diese veröffentlichen wollen. In ihrer Selbstinszenierung eifern sie den deutschen Faschisten nach, wirken dabei aber häufig unbeholfen, was ihre Rituale lächerlich auf der einen, beängstigend auf der anderen Seite wirken lässt. Auch wenn es sich bei Russia 88 um einen Spielfilm handelt, ist die Handlung doch nicht einfach der Fantasie des Regisseurs entsprungen. Derartige „Propagandavideos“, in denen vermeintliche Migrant_innen angegriffen werden, finden sich en masse im Internet. Die Kleidung der Protagonist_innen, die sich durch eindeutig rassistische und nationalsozialistische Parolen und Symboliken kennzeichnet, konnte von dem Filmteam in Russland ohne Probleme auf legalem Weg erworben werden. Auch die Musik, die im Film zu hören ist, stammt aus einem Moskauer Laden. Einige Zitate stammen aus einschlägigen russischen Internetforen und Aufnahmen, in denen echte Passant_innen nach ihrer Meinung zur Aussage „Russland den Russen!“ gefragt wurden, sind nicht gestellt und geben die tatsächliche Meinung vieler Menschen in Russland wider.

Die Vorführung von Russia 88 während eines Festivals in St. Petersburg wurde von russischen Neonazis verhindert.

Links:
Russia 88 in der IMDb
Bericht von NEGATIV: Magazin für Film und Medienkultur
Artikel in der Internetzeitung Russland Aktuell
Trailer bei Youtube

Hintergrundinformationen zur Naziszene in Russland:
Dokumentation: From Russia With Hate (ca. 30min, youtube)
Dokumentation: White Terror (ca. 90min, youtube)
Dokumentation: Antifascist Attitude (ca. 80min, youtube playlist)