Beiträge von Administrator

Gegen die Einheitsfeier 2014 in Hannover und gemeinsame Zuganreise

Am 3. Oktober finden in Hannover die diesjährigen Einheitsfeierlichkeiten statt. Wir unterstützen den Aufruf des Oct3-Bündnisses und organisieren eine gemeinsame Zuganreise aus Kassel. Wir treffen uns hierfür am 03.10. um 10:20 Uhr am Haupteingang des Hauptbahnhofes.
Wir sehen uns!

Kundgebung „Gegen jeden Antisemitismus! … in Göttingen, Deutschland, Europa und anderswo …“

Wir unterstützen die Kundgebung „Gegen jeden Antisemitismus! … in Göttingen, Deutschland, Europa und anderswo …“ am Samstag, 30. Au­gust, 15 Uhr Altes Rat­haus/ Gän­se­lie­sel, Göt­tin­gen, organisiert durch die Gruppen f*act, OLAfA und sub*way und dokumentieren hiermit den Aufruf:

Am 08. Juli 2014 be­gann die is­rae­li­sche Luft­waf­fe als Re­ak­ti­on auf den zu­neh­men­den Ra­ke­ten­ha­gel aus dem Ga­za­strei­fen mit dem Be­schuss von Orten, an denen sie Ha­mas-​Kämp­fer ver­mu­te­te. Kurz dar­auf ver­sam­mel­ten sich welt­weit Men­schen, um gegen den Krieg zu de­mons­trie­ren. Doch zu­meist ge­schah dies sehr ein­sei­tig: „Free Pa­les­ti­ne“ und „Kin­der­mör­der Is­ra­el“ waren die meist­ge­hör­ten Pa­ro­len, durch „Al­la­hu Akbar“ er­hiel­ten die Demos eine deut­lich re­li­giö­se, teil­wei­se mit Ha­mas-​ und gar Isis-​Fah­nen auch is­la­mis­ti­sche Aus­rich­tung.

Doch dabei blieb es nicht: In Göt­tin­gen wur­den De­mons­trie­ren­de, die Is­ra­el-​Fah­nen tru­gen, aus einer Free-​Ga­za-​De­mo her­aus an­ge­grif­fen, in Frank­furt er­hielt ein Rab­bi­ner Mord­dro­hun­gen, in Ber­lin wurde ein jü­di­sches Paar be­drängt, in Wup­per­tal gab es einen ver­such­ten Brand­an­schlag auf eine Syn­ago­ge, in Sar­cel­les, einem Vor­ort von Paris, wur­den ko­sche­re Ge­schäf­te an­ge­zün­det.

Gauck und Mer­kel zeig­ten sich be­trof­fen. Doch ihre Rede vom „im­por­tier­ten An­ti­se­mi­tis­mus“ schürt ras­sis­ti­sche Res­sen­ti­ments und ver­leug­net, dass An­ti­se­mi­tis­mus in Deutsch­land Tra­di­ti­on hat. An­ti­se­mi­tis­mus zieht sich durch alle Mi­lieus und Bil­dungs­schich­ten. An­ti­se­mi­tis­mus ist ein ge­samt­ge­sell­schaft­li­ches Pro­blem: 51 Pro­zent der Deut­schen sagen, die Is­rae­lis mach­ten das Glei­che wie die Nazis (laut Bie­le­fel­der In­sti­tut für Kon­flikt-​ und Ge­walt­for­schung).

An­ge­sichts der vie­len pa­läs­ti­nen­si­schen Toten ist es ver­ständ­lich, auf die Stra­ße zu gehen, um Wut und Trau­er Aus­druck zu ver­schaf­fen. Doch müs­sen die Frie­dens­be­weg­ten sich Kri­tik daran ge­fal­len las­sen, wie und mit wem sie da auf die Stra­ße gehen – das zei­gen die Pa­ro­len und Aus­schrei­tun­gen der letz­ten Wo­chen. Es gibt kein Tabu, die is­rae­li­sche Re­gie­rung zu kri­ti­sie­ren. Doch schaf­fen es dabei nur die we­nigs­ten, kei­nen An­ti­se­mi­tis­mus zu äu­ßern. Ge­ra­de an­ge­sichts des un­ab­läs­si­gen Ra­ke­ten­ha­gels auf Is­ra­el und der Toten auch auf is­rae­li­scher Seite, ist es not­wen­dig, eine un­ver­söhn­li­che Kri­tik des An­ti­se­mi­tis­mus der Hamas und der selbst­er­nann­ten „Is­rael­kri­ti­ker_in­nen“ zu for­mu­lie­ren. Das be­deu­tet für uns, sich all jenen ent­ge­gen zu stel­len, die das Exis­tenz­recht Is­raels di­rekt oder in­di­rekt in Frage stel­len.

Es kann je­doch nicht darum gehen, durch die Rede von den „schlecht in­te­grier­ten Mus­li­men“ den Blick vom all­ge­gen­wär­ti­gen deut­schen An­ti­se­mi­tis­mus ab­zu­len­ken. Ras­sis­ti­sche Deu­tun­gen leh­nen wir ent­schie­den ab.

Auch wenn es in die­ser kom­ple­xen Lage schwer fällt: Es gilt, sich weder der Ohn­macht hin­zu­ge­ben noch in iden­ti­tä­ren Po­si­tio­nen zu ver­har­ren, son­dern sich trotz aller An­stren­gung um einen dif­fe­ren­zier­ten Blick zu be­mü­hen.

Un­se­re Kund­ge­bung ist der Ver­such einer kri­ti­schen Pra­xis gegen An­ti­se­mi­tis­mus – für den Zwei­fel und gegen das Be­scheid­wis­sen! Grund­pro­blem der Ent­wick­lun­gen der letz­ten Wo­chen ist: Diese Ge­sell­schaft (und oft auch ihre Kri­ti­ker_in­nen) hat kei­nen Be­griff von An­ti­se­mi­tis­mus. Es ist nicht jede blöde Äu­ße­rung an­ti­se­mi­tisch, aber es ist viel mehr an­ti­se­mi­tisch als ge­dacht: die Gleich­set­zung von Is­rae­lis und Juden, die Pa­ra­noia um die jü­disch-​is­rae­li­sche Me­dien­ver­schwö­rung, die Dia­bo­li­sie­rung und die NS-​Ver­glei­che in Bezug auf das Han­deln der is­rae­li­schen Re­gie­rung, die An­nah­me nie­der­träch­ti­ger In­ten­tio­nen Ne­tan­ja­hus, das pa­läs­ti­nen­si­sche Volk zer­stö­ren zu wol­len….

An­ti­se­mi­tis­mus ist nicht ir­gend­wie schlecht for­mu­lier­te „Is­ra­el-​Kri­tik“, son­dern eine ge­walt­sa­me Ideo­lo­gie, mit der sich selbst­er­nann­te „Got­tes­krie­ger“, Neo­na­zis, Gün­ter Grass und ver­irr­te Linke die Welt er­klä­ren. Und sie äu­ßert sich nicht erst dann, wenn Jü­din­nen und Juden aus­ge­grenzt, be­schimpft, an­ge­grif­fen und ge­tö­tet wer­den.

Für ein Ende des Leids der Is­rae­lis, Pa­läs­ti­nen­ser_in­nen, Jü­din­nen und Juden über­all in der Welt!
Free Gaza from Hamas!
Gegen jeden An­ti­se­mi­tis­mus!

f*act, OLAfA und sub*way
Göt­tin­gen, Au­gust 2014

Antifaschistisches Sommercamp des BASH

Diesen Monat findet wieder das Antifacamp des Bündnis antifaschistischer Strukturen Hessen in Südhessen statt.
Wenn ihr bock auf Vorträge, Workshops oder einfach nur das Kennenlernen cooler Leute habt, solltet ihr nicht lange zögern und euch anmelden! Alles weitere findet ihr unter http://antifabash.noblogs.org/camp. Wir sehen uns!

Kasseler Zustände: Antizionistische Demonstration erhält Unterstützung von “links”

Am Nachmittag des 15. Juli versammelten sich am Stern deutlich über tausend Menschen, um unter dem Motto „Frieden in Palästina“ durch die Kasseler Innenstadt zum Rathaus zu ziehen. Die Demonstration wurde von keiner Gruppe, sondern von mehreren Einzelpersonen organisiert und hauptsächlich über das Internet beworben. Bereits am Auftaktort machte sich eine aggressive Grundstimmung breit, einige Jugendliche sprachen davon, später noch „Juden zu verprügeln“. Als der Demonstrationszug in schnellem Tempo loszog, wurden die üblichen Parolen wie „Kindermörder Israel“ oder „Allahu akbar“ gerufen und Transparente sowie Schilder mit geschichtsrevisionistischen und antisemitischen Holocaustvergleichen gezeigt.

Obwohl die Veranstaltenden, sowohl im Vorfeld, als auch während der Demonstration ständig an die Teilnehmenden appellierten, sich nicht antisemitisch zu äußern, oder provozieren zu lassen, zeigte sich der Hass auf Juden und den Staat Israel nicht nur in Form der mitgebrachten Schilder, sondern auch durch die mitgeführten Fahnen. So wurden nicht nur Palästina-Fahnen und durchgestrichene Flaggen des Staates Israel, sondern auch eine Flagge der Hamas gezeigt. Außerdem wurde eine übergroße, abgewandelte Fahne der Franco-Faschisten geschwenkt, auf ihr war zu lesen:“patriotismo asta la muerte“ – Patriotismus bis zum Tod. Auch Symbole der islamistischen Organisation Isis waren auf Kopfbändern zu sehen.

Als der antizionistische Demonstrationszug auf dem Weg zum Rathaus die Treppenstraße erreichte, schien allein der Anblick der israelsolidarischen Gegenkundgebung unter dem Motto „Gegen Antisemitismus und Israelhass auf Kassels Straßen“ Grund genug, um die Aggression vollends ausbrechen zu lassen. Kleine Gegenstände wie Feuerzeuge flogen auf die Gegenkundgebung, die Teilnehmer*Innen der “Friedensdemo“ versuchten die israelsolidarische Kundgebung anzugreifen und mussten sowohl durch ihre eigenen Ordner*innen, als auch durch eine BFE-Einheit zurückgehalten werden. Die Kundgebungsteilnehmer*innen wurden antisemitisch und sexistisch beleidigt, ebenso wurden mehrfach Todesdrohungen ausgesprochen. Im Nachgang der Demo wurden auf der Veranstaltungsseite auf Facebook Bilder von Teilnehmenden der Kundgebung gepostet und ihnen körperliche Gewalt angedroht.

Besonders erwähnenswert ist die Unterstützung der israelfeindlichen Demonstration durch Personen aus dem Organisationskreis der in Kassel wöchentlich stattfindenden Montagsmahnwache, sowie aus Teilen des antiimperialistischen Spektrums um die Organisationen Revolution, Arbeitermacht, SDAJ und MLPD. Nicht nur die Aluhut-Fraktion mobilisierte bereits im Vorfeld, gemeinsam mit den antiimperialistischen Kleinstgruppen stellten sie einen Teil der Ordner*innen Struktur der Demonstration. Dabei gaben gerade diese Gruppen um Revolution und Co. noch zu Beginn der Montagsmahnwachen an, sich gegen Faschismus, Antisemitismus und Verschwörungstheorien auszusprechen – offenkundig ein reines Lippenbekenntnis. Der Schulterschluss zwischen antisemitischen Verschwörungstheoretiker*innen und den Kasseler Steinzeitkommunist*Innen scheint sich vollzogen zu haben. So hält ein Ordner der MLPD im hektischen Gemenge vor der israelsolidarischen Kundgebung einen Lautsprecher in die Luft, es ertönt „Allahu akbar“. Auf der Abschlusskundgebung predigt der selbe Ordner auf den Treppen vor dem Kasseler Rathaus: „Der aktive Widerstand, egal ob friedlich oder bewaffnet, ist gerechtfertigt“. Noch offensichtlicher kann man seine Sympathie mit den Angriffen der Hamas wohl kaum kundgeben. Des Weiteren fotografierte ein Mitglied von Revolution die Kundgebungsteilnehmer*innen ab, wenig später wurden sie auf der Facebookseite der Gruppe veröffentlicht. Die ohnehin in der Bedeutungslosigkeit verschwindenden Gruppen um Revolution, SDAJ und Co. scheinen also wiedermal ihren politischen Fokus auf die Unterstützung antisemitischer Demonstrationen und praktische Anti-Antifa Arbeit gelegt zu haben – chapeau!

Wir als antifaschistische Gruppen TASK und ak:raccoons verurteilen das Verhalten der vermeintlich linken Gruppierungen aufs schärfste. So sehr es als eine Basisbanalität erscheint, dass das antifaschistische Engagement gegen Antisemitismus und religiösen Fundamentalismus auch eine Anerkennung des Staates Israel und der damit verbundenen Schutzfunktion beinhaltet, zeigen solche Vorkommnisse, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Antisemitismus weiterhin eingefordert werden muss.

Die Demonstration wird am Freitag den 18.Juli in umgedrehter Richtung wiederholt. Damit befindet sich der Abschlussort am Stern nur wenige Meter von der Synagoge entfernt. Es ist eine unzumutbare Situation, dass die jüdische Gemeinde es in Erwägung ziehen muss, ihr gemeinsames Gebet aufgrund der bedrohlichen Lage abzusagen.

Der antizionistischen Querfront entgegentreten!

Solidarität mit den Betroffenen antisemitischer Gewalt!

Ein erster Bericht der Veranstalter*innen findet sich unter: http://bgakasselblog.wordpress.com/2014/07/15/hate-parade-in-kassel-und-ein-kleines-bundnis-was-dagegen-halt/

Weiterhin: http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/19730]

Kundgebung gegen Antisemitismus und Israelhass auf Kassels Straßen

Anlässlich der aktuellen israelischen Militärintervention im Gazastreifen, welche Reaktion auf die Entführung und Tötung dreier israelischer Jugendlicher sowie den anhaltenden Raketenbeschuss durch die Hamas ist, kommt es im gesamten Bundesgebiet erneut zu antizionistischen und antisemitischen Aufmärschen. Der gemeinsame Hass auf Israel eint dabei mitunter Neonazis, Linke und Islamisten, wie zum Beispiel in Frankfurt am Main zu beobachten war. Nun ist ein solcher Aufmarsch auch in Kassel geplant, dass es dort zu ähnlich regressiven Ausfällen kommen wird, bleibt leider nicht unwahrscheinlich. Wir dokumtieren hiermit den Aufruf des Bündnis gegen Antisemitismus Kassels zu einer Gegenkundgebung, welchen wir unterstützen:

Unter dem Motto „Frieden in Palästina“ ruft eine bislang unbekannte Gruppe für den 15. Juli 2014 zu einer Demonstration durch die Kasseler Innenstadt auf. Wer sich die Facebook- Seite der Veranstaltung anschaut, bemerkt schnell: Hier geht es vielen nicht um Frieden, sondern um die Zerstörung Israels. Einige der bislang rund 1.200 angekündigten Teilnehmer äußern sich offen antisemitisch. Zudem wird der demokratische Staat Israel immer wieder mit dem Nationalsozialismus gleichgesetzt, was von den Veranstaltern toleriert wird.

Die Veranstalter behaupten, Israel massakriere die Palästinenser, verhalte sich „unmenschlich“ und begehe einen „Genozid“. Diese Wortwahl bei gleichzeitiger Ausblendung der terroristischen Angriffe der Hamas auf die israelische Zivilbevölkerung ist nicht nur in jeder Hinsicht unangemessen – sie dient auch der Dehumanisierung der gesamten israelischen Bevölkerung. Mit „Frieden“ hast das nichts zu tun, es ist im Gegenteil die Unterstützung des Terrorkrieges des Hamas, unter dem Israelis und Palästinenser im Ergebnis gleichermaßen leiden. Eine solche Demonstration auf den Straßen Kassels kann nicht unwidersprochen bleiben.

Wir befürchten, dass es am 15. Juli 2014 – wie bereits im Jahr 2009 – zu massiven antiisraelischen und antisemitischen Äußerungen kommen wird. Jüdische Bürger oder als Juden betrachtete müssen an diesem Tag in der Kasseler Innenstadt Beschimpfungen, Provokationen und körperliche Angriffe durch Teile der Demonstranten befürchten. Das darf nicht geduldet werden. Wir fordern alle demokratischen Kräfte in Kassel auf, genau hinzusehen, wenn unversöhnlicher Israelhass und Antisemitismus durch unsere Straßen getragen werden – und dazu auch Position zu beziehen. Wir haben zum Zweck der Versammlung der demokratischen Kräfte eine Kundgebung angemeldet, zu der wir herzlich einladen. Diese Kundgebung vertritt folgende Ziele:

Gegen Antisemitismus und Israelhass auf Kassels Straßen
Keine Propaganda für Terrororganisationen
Solidarität mit den von Übergriffen bedrohten Menschen
Solidarität mit der einzigen Demokratie im Nahen Osten: Israel
Solidarität mit den Bewohnern Kassles Partnerstadt Ramat Gan, die derzeit von palästinensischen Raketenangriffen bedroht werden

Von der Polizei erwarten wir, dass sie sich unmissverständlich allen Bestrebungen entgegenstellt die die Kasseler Synagoge und andere Einrichtungen jüdischer Bürger Kassels zur Zielscheibe zu machen.

Unsere Kundgebung wird am Dienstag ab 15.30 Uhr an der Treppenstrasse/Ecke Obere Königstraße (zwischen Sportarena und Nordsee) stattfinden.