500 türkische Nationalisten demonstrieren unbehelligt in Kasseler Innenstadt

Während nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei Präsident Tayyip Erdogan von seinen Anhängern in prototypisch islamfaschistischer Manier mit „Sag es und wir töten, sag es und wir sterben.“-Rufen empfangen wurde, sammelten sich am Samstag, den 16.07. auch in Kassel türkische Nationalisten, um ihren Rückhalt für das AKP-Regime zu demonstrieren. Etwa 500 Personen folgten dem Aufruf des Dachverbands der türkisch-islamischen Moscheen DİTİB und der Lobbyorganisation der AKP, UETD, sich ab 18:00 Uhr auf dem Königsplatz zu versammeln.
Die Szenerie war gezeichnet durch ein Meer von Türkei-Fahnen, vereinzelten Portraits Erdogans und Transparenten. Viele zeigten den „Wolfsgruß“, das Erkennungszeichen der „Grauen Wölfe“ und trugen Üç Hilal-Fahnen – die drei Halbmonde eben dieser rechtsextremen türkischen Gruppierung.
Immer wieder skandierte die Menge „Allahu Akbar“, weiterhin wurden Parolen gerufen wie „Şehitler ölmez, vatan bölünmez“ – „Märtyrer sterben nicht, das Land wird nicht geteilt“, “ Bu vatan bizimdir, bizim kalacak“ – „Das Land gehört uns, wird uns bleiben“ und “ Vatan sana canim feda“ – „[Mein] Land, dir sei mein Leben geopfert“. Der islamfaschistische Charakter, der den Erdogan-Fans in der Türkei anhaftet, findet sich also zweifelsohne auch hier wieder: der Einzelne ist nichts, das islamisch-nationale Kollektiv alles.
Für den augenscheinlichen „Schutz“ der Veranstaltung zeichneten sich derweil Mitglieder der rockerähnlichen islamistisch-nationalistischen „Osmanen Germania“ verantwortlich, die sich martialisch um die Menge herum postierten. Über Informationen zu einzelnen Mitgliedern, eventuellen Treffpunkten oder sonstigen Aktivitäten, sind wir wie immer dankbar.
Die HNA entblödete sich derweil nicht, im Vorfeld Werbung für die Veranstaltung zu machen und in ihrem Bericht ein Bild der Demonstration zu zeichnen, das euphemistischer nicht hätte ausfallen können.