Archiv für April 2014

Ostpreußentag in Kassel und Gegenaktivitäten

Am 17. und 18. Mai 2014 läd die Landsmannschaft Ostpreußen e.V. unter dem Motto “Ostpreußen hat Zukunft” zu ihrem Deutschlandtreffen nach Kassel ein. Das zweitägige Treffen wird auf dem Kasseler Messeglände stattfinden.
Die Genoss_Innen der TASK haben aus diesem Anlass eine Gegenkampagne ins Leben gerufen, welche wir unterstützen.
Am Sonntag den 18. Mai findet außerdem eine Gegenkundgebung um 9 Uhr an den Messehallen Kassel statt.

Über die Hintergründe und Gegenaktivitäten könnt ihr euch unter ostpreuszen.noblogs.org informieren.

Homophober Übergriff in Kassel

Am Freitag, den 04.04.2014 kam es auf dem Friedrichsplatz zu einem homophoben Übergriff auf einen Genossen.
Der besagte Betroffene passierte eine Gruppe Jugendlicher, als diese begann, ihn auf homophobe Weise zu beleidigen. Es folgte der Versuch, die Auseinandersetzung auf der verbalen Ebene auszutragen, was an dem höchst aggressiven Habitus der Angreifer, die ganz offensichtlich nicht das Gespräch, sondern den Konflikt suchten, scheiterte. Es kam zu weiteren diskriminierenden Beleidigungen, einer der Täter griff nach dem „Free Gaza from Hamas“ Beutel des Betroffenen und tat seinen Unmut darüber kund. Schließlich begannen einige der Täter damit, wiederholt auf den Betroffenen einzuschlagen. Als Bekannte von diesem zu Hilfe eilten, wurden auch diese attackiert.
Die Situation löste sich schließlich auf, als Umstehende die Polizei riefen, was die Angreifer zur Flucht veranlasste.
Das AK: Raccoons solidarisiert sich mit den Betroffenen Personen. Der vergangene Fall dürfte exemplarisch stehen für eine gesellschaftliche Homophobie, welche in Verbindung mit durch die Verhältnisse bedingtem in den Subjekten aufgestautem Frust zu Ausbrüchen wie diesem zu führen vermag. Er ist Erinnerung daran, dass gewalttätige Homophobe Angriffe keineswegs nur von Neonazis ausgehen und dass eine Kritik wider reaktionärer Ideologien, alle gesellschaftlichen Sphären und Milieus der Analyse zu unterziehen hat.

Antifaschistisches Kollektiv: Raccoons, April 2014

Gedenkstein für Halit Yozgat mit Farbe übergossen

Am Sonntag den 06.04.2014 jährte sich der Todestag des vom NSU ermordeten Kasselers Halit Yozgat zum achten mal, was Anlass für eine mit rund 400 Menschen gut besuchte Gedenkveranstaltung auf dem Halitplatz war.
Doch in der folgenden Nacht auf Montag übergossen unbekannte den ebenfalls dort verorteten Gedenkstein für Halit mit schwarzer Farbe. Dies bestätigt wieder einmal, was die Politik nur zu gerne auszublenden scheint: Dass das Grundproblem, was zu Taten wie den NSU-Morden geführt hat, weiterhin besteht und eine gesellschaftliche Rolle spielt. Das Problem heißt Rassismus. Und so lange dieses Problem nicht effektiv angegangen wird, im Alltag wie in kulminierenden Fällen wie nun wieder, gibt es keinerlei Anlass, davon auszugehen, dass es zu vergleichebaren Taten nicht wieder kommen könnte.
Notwendig sind keine Bekundungen zur Verfassungstreue, wie auch auf der vergangenen Gedenkveranstaltung wieder durch Vertreter_Innen der Stadt geschehen, welche die Ursachen für rassistische und faschistische Verbrechen in angeblichen „extemistischen“ Abweichlern suchen. Sondern eine Kritik, die jene Verhältnisse, welche Xenophobie und Rassismus immer wieder reproduzieren angreift und dekonstruiert.

Antifaschistisches Kollektiv: Raccoons, April 2014

Flüchtlingsunterkünfte in Harleshausen geplant

Wie in den letzten Tagen bereits der Lokalpresse zu entnehmen war, ist in Kassel die erneute Einrichtung zweier Flüchtlingsunterkünfte, diesmal im Stadtteil Harleshausen, geplant.
Nachdem sich die HNA am 02.04. mit ihrem Artikel „Ärger auf dem Dorfplatz“ wieder einmal selbst darin übertroffen hat, dem geifernden Kommentarspaltenmob die rassistischen Ressentiments zu liefern, nach denen es ihm verlangt, ergoss dieser sich auf inzwischen obligatorisch sozialchauvinistische Weise auch unter den neuesten Ankündigungen. Auch ein zynisch formulierter Flugtext, der den Anwohner_Innen der Seebergstraße (in der eine der Unterkünfte verortet sein wird) in die Briefkästen geworfen, sowie Mitgliedern des Ortsbeirates zugesendet wurde, bemühte sich der Stimmungsmache gegen die Geflüchteten. Nur wenige Tage darauf brannte die Gartenlaube eines der als Unterkunft vorgesehenen Häuser ab – ob es sich um Brandstiftung handelte, konnte bisher nicht geklärt werden. Trotzdem kündigte die Sparkassen-Versicherung den privaten Besitzern des Objektes kurzerhand die Brandschutzversicherung und kündigte an, dass eine Neuaushandlung nur zu einem vierfachen Preis zustande kommen könnte.
Doch trotz dieser äußerst beunruhigenden Tendenzen, bleibt festzustellen, dass es sich dabei eher um Randerscheinungen, zwar nicht zu vernachlässigen, aber durchaus marginalisiert, zu handeln scheint. So war auf der Versammlung des Harleshäuser Ortsbeirates eine grundsätzlich positive Stimmung zu vernehmen. Dieser verurteilte einstimmig jegliche rassistische Stimmungsmache und erklärte, die Geflüchteten willkommen zu heißen, das Publikum applaudierte. Harleshäuser Bürger_Innen meldeten sich zu Wort und machten ihre Hilfsbereitschaft, die Ankommenden offen zu empfangen, deutlich. Einzig wenige ältere Menschen hätten sich aus Sorge um einen vermeintlichen Wertverlust ihrer Grundstücke an ihn gewendet, so der Ortsvorsteher Reinhard Wintersperger.
Das Ak: Raccoons begrüßt die weitestgehend offene Haltung der Harleshäuser Bürger_Innen. Natürlich darf nicht vergessen werden, in welch prekärer Lage sich die ankommenden Menschen in jedem Fall befinden, deren Bleiberecht in Deutschland zunächst keineswegs gesichert ist. Doch bleibt zu hoffen, dass durch das Willkommen sein in der Nachbarschaft zumindest ein Aspekt positiv erfüllt ist und bleibt.

Antifaschistisches Kollektiv: Raccoons, April 2014