Archiv für November 2012

Filmvorführung: Blut muss fließen

„Seit 2004 hat der Journalist mit dem Decknamen Thomas Kuban verdeckt in der Naziszene recherchiert. Genauer bei Nazi-Konzerten mit versteckter Kamera und damit unter Einsatz seines Lebens. Denn wäre Thomas Kuban aufgeflogen, wäre er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht lebend von dem Veranstaltungsort weg gekommen. Darauf lassen auch die vielen Morddrohungen schließen die im Internet auf sogenannten schwarzen Listen der Nazis aufgetaucht sind, nachdem im Jahr 2004 seine ersten Aufnahmen im Fernsehen ausgestrahlt wurden.
Das zutage geförderte Bild- und Tonmaterial ist dementsprechend hoch brisant, denn es Zeigt eine Seite der Nazis, welche diese unter gar keinen Umständen in der Öffentlichkeit sehen wollen: Es zeigt, in welcher Art und Weise organisierte Faschist*innen ihre zutiefst menschenverachtende, rassistische, völkische und Nationalsozialismus glorifizierende Ideologie in Songtexte packen um damit insbesondere Jugendliche für ihre Zwecke zu gewinnen und zu Instrumentalisieren.
Das Thema organisierten Nationalismus, Faschismus und Nationalsozialismus ist in Deutschland aber auch in Europa so aktuell wie nie zuvor. Neben den in nicht all zu weiten Vergangenheit liegenden Pogromen in Hoyerswerder, Rostock Lichtenhagen oder Solingen konnten Nazis 10 Jahre lang, ignoriert von Staatsanwaltschaft und Polizei Menschen mit Migrationshintergrund geradezu hinrichten.
Die Pogrome in Rostock Lichtenhagen wurden erst kürzlich, anlässlich des 20. Jahrestags in der F.A.Z. mit dem Satz „Der Terror brachte manchen Sozialromantiker zur Besinnung und machte den Weg für eine gesteuerte Einwanderungspolitik frei“ kommentiert, was ein Beleg dafür ist, wie tief verwurzelt faschistisches Gedankengut, insbesondere in der sogenannten Mitte der Gesellschaft ist. Auch die öffentliche Debatte um die NSU zeigt, wie schlimm das Problem ist und genau in dieses Bild passt auch, dass der Film von Regisseur Peter Ohlendorf und Thomas Kuban keine Unterstützung durch Filmförderung erhalten hat. Es ist nämlich so, dass erst ein öffentlich Rechtlicher Sender einen Film unterstützen muss, damit eine wie auch immer geartete Filmförderung beantragt werden kann. Da kein öffentlich Rechtlicher Fernsehsender den Film unterstützt, gab es bisher keinen Cent für die Produktion dieses Films und Regisseur und Journalist haben über Jahre hinweg auf Pump an dem Film gearbeitet und haben jetzt über 200.000€ schulden.
Der AStA der Universität Kassel macht daher einen Aktionstag, an dem wir den Film zwei mal öffentlich zeigen und dazu noch zwei mal an Schulen. Nach dem Film wird jeweils der Regisseur Peter Ohlendorf für Diskussionen da sein und die sind nach dem Film auch bitter nötig. Kommt alle und schaut euch den Film an: Am 27. November 2012 um 18Uhr in Witzenhausen im Capitol Kino/ 4€/6€ Solibeitrag (Der Gewinn geht an das Filmprojekt) und um 20 Uhr an der Universität Kassel in Hörsaal 1/ gegen Spende (Geht auch als Spende an das Filmprojekt).
Wir hoffen, dass möglichst viele Menschen den Film sehen, anderen Menschen darüber berichten und noch mehr solcher Aktionstage organisiert werden. So dass irgendwann zumindest die Produktionskosten wieder eingespielt werden können. Kein Fuß breit den Faschisten-Nirgendwo!“

Wir, als antifaschistisches Kollektiv Raccoons, unterstützen das Projekt und den Autor.

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