Archiv für Januar 2012

“FKSE”-Aktivist möglicherweise vom VS engagiert

Laut einem Artikel der Frankfurter Rundschau vom 20.01.2012 gibt es einen starken Verdacht, dass der bekannte rechtsradikale Aktivist Kevin S., ein Spitzel des Verfassungsschutzes gewesen sein könnte. Er baute mit seinen Freunden aus Butzbach das größte rechtsradikale Videoportal (Volksfront Medien) auf und war später führender Aktivist der “Freien Kräfte Schwalm Eder(FKSE)”. In diesem Zeitraum häuften sich auch die Angriffe auf sowie die Bedrohungen gegen Antifaschist_innen.
Kevin S. saß wegen eines lebensbedrohlichen Angriffes mit einem Klappsaten auf ein 13-jähriges Mädchen im Gefängnis. Er hat seine Haftstrafe inzwischen verbüßt.

Artikel der Frankfurter Rundschau

Kevin S. auf einem Neonaziaufmarsch und als

Antifa Café mit Vortrag im Februar

„…und schwupps, ist es passiert! Ruckzuck hast du den Knüppel in der Fresse, den Arm auf den Rücken gedreht und schon geht es mit Lalülala auf die Wache. Vielleicht spürst du aber auch nur, wie sich sanft, aber bestimmt, der Arm des Gesetzes auf deine Schulter legt und zum Türmen ist die Zeit nicht angetan…“.
Kurz vor dem theoretischen Termin des Neonazigroßaufmarsches in Dresden veranstalten wir mit dem monatlichen Antifa Café am 12. Februar 2012 einen Vortrag zu Repression auf Demonstrationen, zusammen mit Sven Adam und einem Vertreter der Roten Hilfe aus Göttingen. Wie immer startet das Ganze um 16:00 Uhr im Karoshi.

Flyer:
flyer front

flyer back

28. Januar 2012

Am 28. Januar 2012 finden mehrere Demonstrationen statt, die wir als unterstützenswert empfinden. Diese ereignen sich in Frankfurt am Main und Hamburg. Der Grund, warum diese beiden Demonstrationen in einem Beitrag erwähnt werden, ist der, dass sie viele inhaltliche Schnittmengen aufweisen.
So wird in Frankfurt zu einer vom Bündnis „Netzwerk Frankfurter Antifaschist_innen“ organisierten Demo, unter dem Aufruf „Staatliche Unterstützung für Nazis beenden – Verfassungsschutz auflösen“, mobilisiert, die auch darauf ausgelegt ist, für Dresden mobil zu machen. (Ob dieser Nazigroßaufmarsch dieses Jahr stattfinden wird, ist eine andere Debatte)
Die in Hamburg stattfindende Demonstration steht unter dem Motto „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ und kritisiert ebenso die Taten des Verfassungschutzes im Bezug zum NSU und weiteren rechtsradikalen Gruppierungen, sowie fordert die Solidarität mit Opfern und Angehörigen. Darüber hinaus wird die „endgültige Abschaffung Deutschlands“ verlangt.

Aufruf Frankfurt
Aufruf Hamburg

„Boxhamsters“-Konzert im Schlachthof

Wir unterstützen die Stellungnahme des Karoshi zum Konzert der Band „Boxhamsters“ im Schlachthof. Wir möchten allerdings an dieser Stelle noch darauf hinweisen, dass wir die Formulierung „Wir sind solidarisch mit jeder Frau und mit allen sich anders definierenden Menschen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind.“ für nicht sehr treffend halten. Dieser Satz löste bei uns eine Debatte aus und wir waren uns in der Gruppe letzendlich einig, dass es an dieser Stelle ausreichend sei, sich mit betroffenen Frauen zu solidarisieren, da in der Realität eben gerade diese zum Ziel sexualisierter Gewalt werden und eine andere Formulierung dieses gesellschaftliche Verhältnis zu verschleiern droht. Zudem findet sich am Ende eine geschlechtsneutrale Formulierung, die wir als ausreichend erachten. Gerade deshalb sind wir der Meinung, dass wir in diesem Fall zu der Betroffenen stehen sollten und uns nicht an irgendwelchen Formulierungsfragen aufhängen möchten.

Den „Boxhamsters“ eine Absage erteilen! In Kassel und überall!

Am 20. Januar 2012 soll die Punkrockband „Boxhamsters“ im Kulturzentrum Schlachthof in Kassel
auftreten.

Vor etwas mehr als 6 Jahren stellte eine Frau Strafanzeige gegen Martin Coburger (Sänger der
Band) wegen Vergewaltigung in ihrer Privatwohnung. Trotz der gestellten Strafanzeige kam es nie
zu einer Anklage.

Als Reaktion auf den Vorwurf der Vergewaltigung sagte die Band einige folgende Konzerte ab,
jedoch gibt es bis heute weder eine Stellungnahme des Beschuldigten noch von der Band.
Dieser Fall ist ein exemplarisches Beispiel für den Umgang mit von Vergewaltigung betroffener
Frauen und den Tätern. Die Tendenz geht eindeutig in die Richtung, dass Frauen in
Vergewaltigungsprozessen dazu genötigt werden ihre Glaubwürdigkeit unter Beweis zu stellen und
sie mit demütigenden Fragen über ihre sexuellen Vorlieben konfrontiert werden oder ihnen
unterstellt wird, dass es sich bei dem Vorwurf der Vergewaltigung um einen Akt der Rache aufgrund
unerwiderter Liebe handele. In den meisten Fällen kommt es trotz Strafanzeige gar nicht erst zu
einer Verhandlung oder der Täter wird aufgrund „mangelnder Beweise“ freigesprochen. Das
Resultat davon ist, dass die Täter ungeschoren davon
kommen und ohne jegliche Konsequenzen und in aller Ruhe Gras über die Sache wachsen lassen
können.

Aber wir vergessen nicht, egal wie viel Zeit vergangen ist!!!

Wir sind solidarisch mit jeder Frau und mit allen sich anders definierenden Menschen, die von
sexualisierter Gewalt betroffen sind. Uns interessiert nicht, ob ein Gericht durch ein Urteil die
Vergewaltigung anerkennt oder nicht. Jegliche Mitschuld der Betroffenen (der Rock war zu kurz, zu
viel Alkohol etc.) lehnen wir entschieden ab.
Angesichts dieser Vorfälle fordern wir den Schlachthof dazu auf das Konzert der „Boxhamsters“
abzusagen. Außerdem erwarten wir eine unverzügliche Stellungnahme der Band und insbesondere
des Sängers.
Wir werden nicht schweigend dabei zusehen, wie der Schlachthof in Kassel seine kulturellen und
pädagogischen Ansprüche durch den Auftritt dieser Band ad absurdum führt.

Erteilt den „Boxhamsters“ eine Absage! In Kassel und überall!!!

Für praktische Solidarität mit den Betroffenen sexualisierter Gewalt.

karoshi, kuk und ak:raccoons

News: Hausdurchsuchungen bei Neonazis in Frankenberg

„Frankenberger Land. Die Kriminalpolizei hat am frühen Donnerstagmorgen drei Wohnungen im Frankenberger Land durchsucht. Anlass waren Ermittlungsverfahren gegen drei Jugendliche, die der rechten Szene zuzuordnen seien.

Es handelt sich um drei junge Männer im Alter von 16, 17 und 19 Jahren, berichtet die Polizei. Sie hätten durch verschiedene Aktionen in den vergangenen Wochen, die in strafrechtliche Ermittlungsverfahren mündeten, auf sich aufmerksam gemacht. Wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und das Kunsturhebergesetz (Recht am eigenen Bild) hatte die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Marburg Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt.

In den Wohnungen stellten die Beamten der Korbacher Kripo Beweismaterial sicher, das nun ausgewertet werden müsse.

Die Polizei in Waldeck-Frankenberg schreitet nach eigenen Angaben konsequent gegen extremistische Bewegungen ein und richtet den eindringlichen Appell an die Bevölkerung verdächtige Wahrnehmungen sofort zu melden.

Zuletzt hatte eine Gruppierung, die sich Nationale Sozialisten Waldeck-Frankenberg nennt, auf sich aufmerksam gemacht. Sie hatten beim Mitternachtseinkauf in der Frankenberger Innenstadt ein Werbebanner enthüllt und kurz darauf auf dem Waldecker Friedhof eine Gedenkfeier veranstaltet. (emr)“

http://www.hna.de/nachrichten/kreis-waldeck-frankenberg/frankenberg/rechte-szene-polizei-durchsucht-wohnungen-drei-jugendlichen-1560138.html